Mirabilandia, erschienen im Frühjahr 2002, ist Vanessas erstes Album, in Form einer EP mit sechs Titeln. Im Gegensatz zum Nachfolger Sparkler handelt es sich bei Mirabilandia um ein rein akustisches Album. Zu hören gibt es also nur Vanessa und ihre Gitarre.
Der Opener Crooked klingt ein wenig naiv, ja beinahe schon primitiv. Was den Song jedoch rettet, ist Vanessas Gesang und nicht zuletzt auch der Text, ist er doch mit einer Prise Selbstironie gewürzt:
and if i could wring something new
out of the same three chords
would it prove to you how hard i try
to keep you from getting bored Der zweite Titel, January, in dem es um die Überwindung von Ängsten geht, lässt mit seinem ruhigen Melodiefluss schon viel eher die musikalischen Fähigkeiten von Ms. Peters erkennen.
Marathon, der dritte Titel, ist hypnotisch und sehr viel "dunkler" als man es von ihren anderen Songs gewohnt ist. If you need me, I'll be somewhere down the road ... klingt dabei, trotz der Worte, nicht gerade wie eine Aufforderung, nach ihr zu suchen.
The Piazza Song ist eines der ersten Stücke, das Vanessa geschrieben hat. Auch dieser Song klingt ein wenig naiv, zeigt jedoch auch wieder mit einem Augenzwinkern (at least that's what they tell the american girls), dass sie sich dessen sehr wohl bewusst ist.
Ein wenig übernommen, so scheint es mir, hat sich die Künstlerin bei Science Of Memory And Forgetting - jedenfalls ist es dem geneigten Hörer auch nach der mehrfachen Lektüre des Textes nicht klar geworden, worum es in diesem Song eigentlich geht. Well it's more than i can explain - offensichtlich ...
Zum Abschluss der EP gibt es einen kleinen Einblick in einen von Vanessas Live-Auftritten, mit einer Live-Version von You Still Wait For Me (die Studio-Version findet sich auf Sparkler), inkl. Ansage.
Vanessa Peters selbst hat sich im Nachhinein unzufrieden über diese EP geäussert (that's why it's not available any more ). Ich denke jedoch, dass sie hier ein wenig zu selbstkritisch ist. Das Album zeigt eindeutig wo ihre Stärken liegen, nämlich in den Texten und der Fähigkeit, Stimmungen musikalisch umzusetzen. Ihr Charme und ihre erfrischende Art helfen über kleinere technische Schwächen hinweg (immerhin spielte sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen erst etwas über ein Jahr Gitarre!). So abgedroschen das auch klingen mag - Mirabilandia zeigt bereits das Potential, das in Vanessa Peters steckt, und das sie ein Jahr später auf Sparkler dann auch umzusetzen im Stande war. Es gibt keinen Grund, sich für dieses Album zu schämen - da habe ich schon weitaus schlechtere Debütalben gehört ...
(Mirabilandia ist "out of print", d.h. nicht mehr erhältlich. Die Texte der sechs Songs können jedoch auf Vanessas Homepage nachgelesen werden.)
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